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Archive für April 2007

Die gute alte Hamstergeschichte…

endlich im Blog, damit jeder sie lesen kann! (Vielleicht bringen wir in nächster Zukunft auch eine CD raus… “Die Hamstergeschichte” - gelesen von Stefan Thiel)

Es trug sich also einst zu, in einer Zeit, welche in die späten Jahre des 2. Milleniums einzuordnen ist - es muss so um 1993 gewesen sein, dass es einen “Tag des Haustiers” am Gymnasium Dresden Cotta gab. An diesem Tag brachten kleine Kinder mit Freude kleine Tiere mit - unter Anderem auch einen Hamster. Dieser Hamster war in Wirklichkeit ein verkappter Freiheitskämpfer, der schon seit Monaten an seinem Ausbruchplan gearbeitet hatte und sah nun seine Chance gekommen. Bei einer hinterhältigen Streichelattacke einer Siebtklässlerin sprang der Hamster von der Hand, rannte mit blitzschnellen Schritten unter das Podest, auf dem sich gern die Lehrer zu tummeln pflegten, und harrte da der Dinge die da kamen.

Der Hamster war längere Hungerszeiten anscheinend gewöhnt und so kam es, dass Wochen vergingen in denen das kleine Biest da unten saß und wartete. Eines Tages (eines sehr tragischen Tages, wie wir gleich erfahren werden) griff ein Physiklehrer, der sich durch die Kämpferlieder des Hamsters langsam gestört fühlte, diesen in seinem Versteck an - er schob einen Finger durch die Öffnung des Podestes, unter dass der Hamster geflüchtet war.

Ob es nun aus Hunger oder aus purer Agression war - wir werden es nie erfahren - biss der Hamster allerdings in diesen Finger, worauf hin der von plötzlichem Schmerz gepeinigte Lehrer diesen mit den Worten “Dieses verdammte Mistviech” ruckartig aus der Öffnung zog - tragischerweise mit dem Hamster an dem Finger, der sich darin verbissen hatte. Jeder von euch, der schon mal was von den Gesetzen der Fliehkraft gehört hat, weiß was nun passierte - der Hamster hielt sich verzweifelt an dem Finger fest, wurde aber bei einer Kraft Fmax davon geschleudert, weil sich der Hunger bemerkbar machte. So also flog der Hamster in einer klassischen Parabel durch das Klassenzimmer auf das offene Fenster zu und war endlich frei und glücklich… zumindest solange bis er realisierte, dass das Zimmer im 3. Stock war und unser Schulhof nicht durch eine üppige Graslandschaft glänzte.

Was soll ich weiter berichten… die Kinder müssen wohl bleich dagesessen haben… der Lehrer wie versteinert und in Gedanken die Anwaltskosten durchrechnend und der Hamster… nun er fiel einfach immer weiter und es ward nie wieder etwas von ihm gesehen.

Obwohl die Legende geht, dass er immer noch fliegt und doch frei ist, habe ich den Verdacht, dass dieser Sturz zuviel war und von daher lebt der tapfere kleine und freiheitsliebende Hamster immer weiter… durch diese Hamstergeschichte!

Vom Schmieden des einen Ringes…

oder eben der zwei Trauringe von Weejay (also die heißt ja anders, aber ich wurde grad darauf angesprochen, dass hier keine Klarnamen verwendet werden sollten - warum auch immer, aber ich will ja kein Despot sein ;) ) und mir. (Anmerkung von Doro die mich mit einem Plasmid traktiert - “Du bist aber ein Despot!”)

Also es war einst im fernen Inselreich von Langeoog, als Weejay und ich eines Sonntags morgen zu einem magischen Ringschmiedeseminar geladen waren. Naja… um es kurz zu fassen - wir kamen, sahen und schmiedeten!

Vielleicht nicht ganz so kurz? Gern! Zu Beginn gab es also die obligatorische Frage was wir den für Ringe wollen würden - ganz einfach - Weißgold mit einem Streifen Gelbgold der etwas unsymetrisch geschwungen ist. Der Schmiedin stand in den Augen geschrieben, dass das eine dämliche Idee war, also stellten wir unseren Alternativplan vor - noch viel einfacher - zwei Drittel Weißgold und ein Drittel Gelbgold mit einem kleinen Dreieck (mit der Spitze auf das Weißgold gerichtet) aus Weißgold drin. Der Blick der Schmiedin ließ uns fast jubeln, denn ich denke in dem Moment dachte sie daran uns Variante eins machen zu lassen ;) . Naja, war wohl alles zu viel für uns Nichtschmiede, also wurde das alles leicht abgewandelt in Variante eins mit geraden Streifen und etwas abgerundet an den Kanten.

Gut, Schritt 1 war erledigt, also ging es ans Arbeiten. Es gab ein bissl Gold, welches dann gezogen und geformt werden musste, nur um es dann zu sägen und zu schlagen und wieder zu sägen und zu löten. Man stelle sich das vor - wir hatten plötzlich ein kleines dünnes Etwas, was von einem Ring soweit entfernt war, wie die Vorstellung dass die Amis den Krieg im Irak gewinnen von der Realität. Naja… also ab ging es. Den Dorn in die Hand genommen und mit lauter Schmackes auf den Ring eingeschlagen und gestaunt, dass die Dinger tatsächlich am Ende rund waren. Tja, da es drei Streifen sein sollten, mussten auch je drei Ringe geschmiedet werden, welche dann noch plan geschliffen wurden, gestaucht und geweitet,bis sie am Ende alle die identische Größe hatten. Dann folgte der tolle “löten wir die Dinger zusammen” Schritt, der uns Semiprofessionellen abgenommen wurde, aber an dessem Ende ein Ringäquivalent stand.

Dann begann also der lustige Teil. Her mit der Raspel und los ging es… *ratsch* - 2 Euro - *ratsch* - 4 Euro - *ratsch* - 6 Euro und so weiter. Das ganze gute Material ging weg wie nix, aber was solls. Immerhin wollte ich nicht mein Leben lang hören, dass der Ring blöd ist und ich Weejay nicht genug lieben würde. Als die Kanten gebrochen waren und das Ding nun schon abgerundet was ging es weiter mit Schleifpapieren unterschiedlicher Körnung, Vorpolierbürsten und Polierbürsten und dann…

Dann stellten wir fest, dass in Weejays Ring ein kleiner Lunker (Lufteinschluss) war und wir demzufolge die Ringe nicht mit nach Hause nehmen konnten, weil das erst durch die Schmiedemeisterin begutachtet werden musste. Das Ende vom Lied war dann folgendes - die Ringe werden eingeschickt, geschweißt, poliert, mattiert, graviert und in wenigen Wochen dürfen wir diese dann auch ins unseren Händen halten. Und wenn das soweit ist, dann haben wir bestimmt auch endlich Bilder von der Aktion (meine Kamera lag in Dresden auf dem Schreibtisch, aber zum Glück war ein Päärchen dabei, welches noch eine DigiCam über hatte) und die Ringe zum Begutachten.

Von daher ist die Geschichte schon vorbei und ich erwähne nur am Rande dass ich ein paar lustige Verse gemurmelt habe… Ash nazg durbatulúk, ash nazg gimbatul, ash nazg thrakatulúk agh burzum-ishi krimpatul… mal sehen ob es funktioniert ;)

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