Was von der Reise nach Oldenburg übrig blieb…

Kyrril! Es steht ja immer noch die Frage, wer sich diese tollen Namen für diese Stürme ausdenkt, aber wenn ich jemals in meinem Leben diesen Namen gut gefunden hätte ist er nun endgültig weg als Variante für zukünftige Kinder. Warum? Kyrill ist böse!

Dass so ein Sturm, wenn er über unser leidgeplagtes Land hinweg zieht, auch ein paar Schäden hinterlässt ist natürlich klar. Dass dabei die eine oder andere Verbindung im Streckennetz unsere hochtechnisierten und zukunftsorientierten Deutschen Bahn blockiert wird auch. Dass es Opfer gibt in dem ganzen tragischen Schauspiel, was sicherlich den ein oder anderen im Universum erheitert hat (wo sieht man sosnt Massen von Menschen panisch vor einem lauen Lüftchen kapitulieren) ebenfalls. Was allerdings tragisch ist – warum fallen diese Umstände zusammen mit völliger Orientierungslosigkeit der Leute die dafür da sind uns durch das Chaos zu leiten?

Nun ja, bis Freitag früh war ich noch einer der wenigen naiven Menschen, die tatsächlich daran glaubten dass man Informationen von diversen Service Mitarbeitern vertrauendürfte, also entschied ich mich meinen Trip mit der DB durchzuführen (das Auto war vollgetankt, aber man muss sich ja nicht unnötigem Stress aussetzen). Also frohen Mutes, den Drachen auf dem Rücken, ab zum Hauptbahnhof in Dresden und erst mal 20min am Service Point verbracht, um mir meine Informationen bestötigen zu lassen – Nein, auf dieser Strecke läuft alles planmäßig, Sie können fahren. Die gleiche Information vom Zugführer des ICE nach Leipzig, auch wenn wir 30min zu spät waren, da sich ein andere Zug noch auf unserem Gleis breit gemacht hat – aber das war ja zu erwarten und ich darauf vorbereitet mit mehreren Büchern und Papern. In Leipzig dann auf zum Bahnsteig, wobei sich auf dem zugehörigen Gleis auch ein völlig fremder Zug rumtrieb, aber was solls. Drachen abgestellt, Tasche daneben und lesen. 15:47 Uhr, 5 Minuten nach der planmäßigen Abfahrt meines IC nach Oldenburg dann doch die Nachricht, dass aufgrund eines technischen Problems dieser Zug komplett ausfällt. In dem Moment kam zwar die Frage auf, warum denen das erst 5 Minuten zu spät einfällt, aber immerhin hat es jemand bemerkt. Also machte ich mich leicht panisch auf den Weg zum Info Point in Leipzig, was natürlich eine so gute Idee war, dass da schon 50 bis 70m Menschen vor mir warteten. In Minuten ausgedrückt ist das sowas wie lange. Endlich stand ich dann auch bei einem sehr kompetent wirkenden Menschen in blau und rot der mir freundlich mitteilte, dass Magdeburg (dort muss ich dummerweise durch) völlig gesperrt sei und ihm nicht bekannt ist ob da überhaupt am Wochenende noch was möglich ist (hätte er mal jemanden gefragt), aber ich könnte ja durchaus nach Fulda fahren und von dort über Dortmund nach Oldenburg. Also habe ich tatsächlich eine Sekunde Zeit zum überlegen gehabt, was ein anderer Mitarbeiter nutzte um panisch zu rufen – Sind Sie wahnsinnig? Dann sitzen sie die Nacht in Fulda und was dann? – Fragend Blicke von mir und dem Service Mitarbeiter vor mir. Was tun? Ja, nach etlichen Ausweichvarianten (die alle laut seinen Informationen gesperrt waren) bleib mir nur noch übrig einen Zug zurück nach Dresden zu suchen und Wiebke die nicht sehr erfreuliche Nachricht meines Fernbleibens mitzuteilen. Wie das ausgegangen ist, kann man sich hier denken…

Gut, drei Stunden später war ich dann tatsächlich wieder in Dresden angekommen und machte mich auf den Weg ins Reisezentrum, da ich dort meine Fahrkarte umbuchen oder zurück geben sollte. Weitere 30min späer war es mir dann sogar vergönnt mit einer der genervten Damen (sie wollten wohl doch schon nach Hause) zu sprechen. Aber nix von wegen Umtauschen – Online Tickets nur im Netz oder per Hotline und es geht in solchen Fällen natürlich auch kein Weg dran vorbei, weil das nämlich mit Arbeit verbunden ist. Was solls, schnell zum Auto und nach Hause gedüst, Computer angeworfen, Bahn Homepage geöffnet, Konto gesucht und auf stornieren geklickt: Leider ist diese Option nur bis einen Tag vor dem ersten Geltungstag der Fahrkarte möglich.

Keine Hinweise auf die Hotline, aber da wir uns alle mit Google auskennen war die Nummer trotzdem schnell gefunden. Ich also fit wie ich bin die Nummer gewählt und in Kauf genommen, dass diese nicht kostenfrei ist und nach einem kurzen Freizeichen das: Aufgrund von Sturmschäden steht das Servicezentrum zur Zeit nicht zur Verfügung, bitte wenden Sie sich per Internet (www.diebahn.de) oder per Mail an uns. HA! Also das mit dem Internet hatte ich schon, also dann doch die Mailalternative genutzt und nun doch versucht relativ freundlich zu bleiben. Wenige Minuten die automatisch generierte Antwortmail mit einem sehr tollen Satz – Bitte haben Sie etwas Geduld, wir bemühen uns Ihre Anfrage so schnell wie möglich zu bearbeiten. Das heißt dann wahrscheinlich so viel wie nächstes Jahr. Zum Glück habe ich etwas Wein gefunden der mich davon abgehalten hat wütend wie ich war noch mal zum Reisezentrum zu fahren.

Und was soll ich sagen… einen Morgen später, nachdem mich der Lars geweckt hat um mir zu erklären, dass am Abend alle bei mir einfallen und Essen erwarten, habe ich die Service Hotline erneut versucht und nun muss ich nur noch ein paar Faxe schicken und etwas beten und bekomme dann eventuell mein Geld wieder.

Alles in Allem ein tolles Erlebnis mit der Erkenntnis nie wieder Bahn fahren zu wollen. Dabei fällt mir ein, ich sollte jetzt vielleicht noch das Ticket für nächsten Freitag ausdrucken…

Über Theo

Das bin ich... Micha oder auch Theo. Seit Anfang 2008 liegt mein Lebensmittelpunkt nun in Oldenburg...
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10 Antworten zu Was von der Reise nach Oldenburg übrig blieb…

  1. doro sagt:

    oh man mein gedicht ist beiweitem nicht fies genug… diese geschichte ist unfassbar aber doch so typisch… und ich bin mir sicher, es braucht keinen sturm für so einen ablauf (ein ähnlicher kandidat ist im übrigen die Deutsch Post oder mein Lieblingsverein die GEZ)…
    der name eignet sich noch für BÖSE kinder *grins*… und kyrill weigel klingt… unheimlich…. wowow… mächtig…. ein kyrill weigel würde niemals von einer blöden reisezentumszicke falsch informiert werden… ansonsten würde kyrill weigel da nämlich alles kurz und klein schlagen… nur scheiße dass man vorher nicht sieht wies mal wird… ein 1.65 großer 60 kg schwerer schüchterner kyrill weigel würde vielleicht leicht lächerlich wirken und der arme müsste sich sicher immer dumme fragen zu seinem zeugungszeitpunkt gefallen lassen 😉

  2. Jutta sagt:

    wollte doch nur mal kurz einwerfen, dass ich ein kind kenne, welches kyrill heißt und das ist gar nicht böse… und wegen euch muss der arme kleine jetzt leiden, als wenn die gesamtsituation für ihn nich sowieso schon schwer genug wär… 😉

  3. doro sagt:

    du kennst einen kyrill????? was????… hat man die eltern schon vehaftet und öffentlich ausgepeitscht?

  4. Jutta sagt:

    nee, die machen sich aber auch gerade eigenen stress, der bei beiden zu akutem gewichtsverlust, schlaflosen nächten und umzugsstress geführt hat… man könnte meinen, das wär strafe genug, nach dazu kyrill ja eigentlich nur ein laues lüftchen gewesen ist, welches da über deutschland hinweg ging…

  5. doro sagt:

    ja klar… laues lüftchen… damit wird die inkompetenz der DB noch viel größer… wegen ein paar zweiglein auf den gleisen…

  6. Alex sagt:

    @theo Wenn du jezt mit beten anfängst, ist es nur noch ein kleiner Schritt bis zum Eintritt in die Kirche. 😉
    Auf jeden Fall hattest du eunen aufregenden Tag. (irgendetwas positives muß man dem ganzen doch abgewinnen können.)

  7. weejay sagt:

    @alex: das wirft ja ganz neue perspektiven auf…..und meine bishierge Planung über den Haufen! Aber bis Micha und Kirche kompatibel sind, fegen sicher noch ne Menge Stürme über Deutschland….
    …und den Kick im Leben kann man sich auch anders verschaffen..nicht unbedingt durch eine sinnlose Bahn-Odyssee!

  8. Theo sagt:

    Hey… ich bin kompatibl mit Kirche… zumindest kann ich so tun wenn es sein muss und würde ich auch! *grummelt und prangert vor sich hin*

  9. doro sagt:

    aber DIE wollen dich nicht????? … hahaha *vor sich hin lacht*… jaja unglaeubige muessen eben draussen bleiben…

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