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T minus 21 Stunden und 10 Minuten…

… wenn alles nach Plan verläuft. Was ist da? Ganz einfach, da stehe ich in Bremen und warte auf mein Gepäck, damit ich endlich wieder den Schnüsch und das Schnubbel in den Arm nehmen kann. Yeah… drei Wochen sind viel zu lange, aber ein bissel schön ist es in Kanada trotzdem ;)

So, ich mach mich dann hier langsam auf dem Weg zum Check Out und gehe noch mal in die berühmte unterirdische Mall… eigentlich eine Interessante Sache, denn dieses ganze System soll angeblich mehrere Quadratkilometer groß sein und liegt komplett unter der Erde. Verbunden wird das dann wohl alles über die U-Bahn oder Fußgängerpassagen, so dass man im Winter ja nicht raus muss. Bei bis zu -40°C ist das natürlich auch nicht schlecht. Naja, für den sommer mit den 35°C ist es auch gut, denn das was die im Winter heizen, kühlen die im Sommer wieder ;)

So, erst mal letzte Grüße aus Kanada und den nächsten Beitrag gibt’s wieder aus Oldenburg…

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Montreal ist viel schöner als Toronto ;)

Ja so ist es allerdings! Mal davon abgesehen, dass ich hier nicht mehr ganz alleine durch die Gegend irre und Gesellschaft aus Oldenburg bekommen habe. Nein, die Stadt ist kleiner, die Gegend ist grüner und alles einfach angenehmer und fröhlicher. Das könnte zum Einen daran liegen, dass den Leuten hier das heiße Wetter so gut gefällt aber zum Anderen vielleicht auch am aktuellen Jazzfestival welches richtig gut ist und dazu noch komplett von den Sponsoren und der Stadt getragen wird. Das heißt kein Eintritt, keine überteuerten Getränke und überall glückliche Leute und viel Musik. Richtig gute Musik sogar… vor allen Dingen die Mardi Gras Veranstaltung grad eben… yeah yeah yeah!

Bilder von Toronto gibt’s später ;)

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Be proud, aber wieso eigentlich?

P1080228 Die letzten Tage in Toronto waren am ende doch ein wenig spannender, als die Woche mit dem G20 Gipfel. Warum? Na weil die “Pride Week” war. Das ist in etwa das, was bei uns der CSD ist, nur eben eine Woche lang und mit einer recht großen Abschlussparade, dem “Pride March”. Wie ich dann auch festgestellt habe, habe ich genau im LGBT (Lesbian Gay Bisexual Transgender) favorisierten Viertel gewohnt. Jetzt wundert mich da gar nix mehr, aber man hätte es merken können… ich bin da eben nicht der Schnellste und die waren auch alle immer recht freundlich! Wie auch immer. es gab ab Donnerstag jeden Abend richtig ordentlich musikalische Untermalung – leider größtenteils Technoartiges und wer mich kennt, weiß wie sehr ich das mag. ABER – Ohrenstöpsel machen es möglich,m dass man nur noch das Basswummern bei geschlossenem Erdlochfenster mitbekam. Wer mal gesagt hat, dass sich Basswellen durch den Erdboden von Städten nicht so gut ausbreiten hat gelogen… ich habe recherchiert und Feldtests durchstehen müssen. Das ist Müll!

P1080298 Wie auch immer, Sonntag Mittag bin ich noch schnell zum Chinesen an die Ecke, um meinen Lunch zu bekommen, was geklappt hat und lecker war. Als ich wieder raus kam war da aber die Überraschung groß – alles abgesperrt und geschlossen. Also die Straße, denn da wo vorher noch Durchgänge waren, waren jetzt die Zäune zu und Polizisten und bunt gekleidete Menschen haben den Weg versperrt. “Pride March” stand auf dem Plan. Aus Deutschland weiß man ja, dass sich das so um die zwei Stunden hinziehen kann, als hab ich mir gedacht – geht schon. Ist bestimmt lustig und ein bissel unterstützen kann man die Leute ja auch. Argh! Nach gefühlten Tagen und realen 5 Stunden war es dann wieder soweit, dass ich ins Hotel zurück konnte, allerdings fast völlig dehydriert und leicht verbrannt. Ich brauche im Übrigen einen Sonnenhut! Naja, es war zwar lustig, aber nach zwei Stunden wollte ich wieder weg, aber dort wo ich stand war das Zentrum der Aktivität… umgehen hätte da zu P1080312einer Stadtwanderung geführt. Naja, ich habe es überlebt, aber es gibt da ein paar Bilder die ich nicht aus dem Kopf bekomme – nackte ganz alte Männer, die mit sehr viel Stolz ihre gepiercten und anderweitig geschmückten Penisse präsentierten. Danke schön dafür… ;) – nicht desto trotz fiel mir auf, dass es eigentlich immer noch eine Schande ist, dass diese Veranstaltungen nötig sind, denn eigentlich sollte man für das Grundrecht jemanden zu lieben, egal welchen Geschlechts, nicht demonstrieren müssen.

PS: Am Rande der Veranstaltung gab es P1080248auch einen religiös christlichen Eiferer, der tatsächlich den Passanten (an dem Tag vorzugsweise LGBT) erklärte: “Pride comesbefore the fall!”. Naja, dass der sich da ein ganz kleines bissel lächerlich gemacht hat lag in der Natur der Sache, aber genervt hat er trotzdem, denn er hatte ein Megafon mit dabei :(

PPS: Nächste Notiz am Rande… zur gleichen Zeit, nur ein paar Blöcke weiter war aktuell die weltgrößte Islamkonferenz. “Toronto is one of the world’s most diverse cities…” bekommt da eine ganz neue Dimension und alle können friedlich nebeneinander her existieren. Das eine muss ich dazu sagen, so schlimm mir Toronto zeitweise auch erschien, was ganz andere Gründe hatte, wenn alle Städte auf der Welt nur annähernd so offen und vorurteilsfrei mit einander umgehen würden, dann wäre das Militär unter Umständen von jetzt auf gleich arbeitslos. Aber das bleibt nur so ein Phantasiegedanke… :(

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Mein Lieblingskommentar des Spiels gegen Argentinien…

wurde geschrieben von dem Menschen, der den Spiegel Live-Ticker schreibt: “Maradona guckt wie Bernd das Brot bei 40°C im Schatten.” Trifft aber ganz gut, wie er da am Rande des Feldes stand und bestimmt der Meinung war, dass es sich hier nur um einen Albtraum handeln kann. ;)

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Die letzte Woche in Toronto…

Bounty…hätte wohl auch etwas spannender sein können. Aber so war ich ein paar Tage an der Uni, konnte dort meinen Vortrag halten und ein wenig schauen was andere Gruppen so machen. Alles in Allem schon recht interessant, aber eins geht dabei nicht aus dem Kopf – warum zum Henker bin ich eigentlich hier und kann das nicht alles in den Papern lesen. Hm, vielleicht hat es was damit zuBaltimore tun, dass man so auch mal mit den Leuten diskutieren kann, aber dank G20 und Canada-Day war das gar nicht so einfach.

Egal, gestern war ich unter anderem auch am Lake Ontario. Also das ist der See, an dem Toronto liegt, was jetzt nicht unbedingt die große Überraschung ist. Überraschender ist scheinbar, dass man den Lake Ontario in irgend einer Form retten muss,denn hier werden hin und wieder Benefiz Segel Regatten (schreibt man das so?) gestartet, an denen auch große Segler teilnehmen. So hatte ich das Vergnügen die Repliken der “Bounty” und der “Pride of Baltimore” anzuschauen. Das war mal recht abwechslungsreich…

HolzmastAnsonsten habe ich auch diverse Spaziergänge in die Gegenden jenseits der Hauptstraßen gemacht und bin immer mal wieder hinreichend überrascht. Kaum ist man von den Touristengegenden weg, wird das Stadtbild plötzlich komplett anders. Dort wo sonst nur Wolkenkratzer standen, sind jetzt kleine, teilweise recht schöne Häuser zu sehen. Was mir dabei ganz besonders ins Auge fiel sind Strommasten. Genauso wie plötzlich die Wolkenkratzer verschwinden,Mast mit Efeu verschwinden ebenso die Strommasten aus Beton und werden komplett durch Holzmasten ersetzt. Das gibt da die ein oder andere besorgniserregend aussehende Konstruktion, aber scheinbar hält es. Wenn die Bewohner der Häuser unzufrieden mit der Optik sind, ist es scheinbar auch gar nicht so verkehrt einfach ein wenig Efeu zu holen, damit man die Masten verschönern kann. Sehr interessant würde ich sagen und ich mache mir auch gar keine Gedanken ob die dinger wirklich halten… das Ding bei uns im Garten hat ja auch bis zum Ende durchgehalten, obwohl da extrem viele Löcher und Hornissennester drin waren. Auf der anderen Seite bin ich auch bald nicht mehr hier in Toronto und auf den Weg nach Montreal und dann nach Hause, also muss es mich auch nicht weiter stören, wie lange die Dinger halten ;)

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So zieht man heute um…

und von den Kanadiern kann man noch so einiges lernen ;) – letztendlich fand ich das Bild und die Werbung ganz nett ;)

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Fast eine Woche um…

… und es ist immer noch nicht so, dass ich mir vorstellen könnte für immer hier zu bleiben. Irgendwann früher war das ja mal so eine Idee gewesen – das Mütterchen hatte da auch hinreichend viel Angst, dass das mal Wirklichkeit werden könnte – aber mittlerweile (und nach einer Woche Toronto) sehe ich das wohl abgeklärter. Eigentlich ist es alles auch recht interessant (gerade diese Kontraste zwischen alt und neu und klein und groß – siehe unten), aber das war es auch schon. Für eine gewisse Zeit und wenn man Urlaub hat ja, aber für immer – vielleicht sind das bis jetzt auch nur die falschen Gegenden. Nichts desto trotz gab es ein paar Sachen zu erleben, und abgesehen vom G20 Gipfel (darüber berichten die Medien ja genug – diese Demonstranten haben mich nicht schlafen lassen, weil diese Säcke auf der Hauptstraße soviel Lärm gemacht haben) findet man doch das ein oder andere Interessante ;).

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So habe ich mir zum Beispiel ein Auto – in der Tat, es war sowas ähnliches, ein Toyota Matrix (in etwa ein Corolla – hier gibt es unendlich viele Typen, die wir in Europa so nicht haben, was wohl daran liegt, dass die Sparsamkeit hier nicht soooo hoch sein muss ;) ) – mit dem ich dann auch zu den Niagara Fällen gefahren bin. Das Gruselige zuerst – hier gibt es keine nennenswerten Verkehrsregeln, an die man sich in irgend einer Art zu halten scheint. Chaos pur, aber wenn man sich erst mal drauf eingelassen hat, geht das irgendwie – ich war heilfroh, als ich das Auto ohne Kratzer wieder abgeben konnte (ohne vom Militär und der Polizei angehalten zu werden, die den Flughafen umstellt hatten). Wie auch immer… die Tour zu den Fällen. Seit der Alf Folge, in der Alf und die Kinder versuchen die Ehe von Willie und Kate zu retten, in dem sie die Niagara Fälle simulieren, hatte ich mir ja gewünscht dort mal vorbei zu schauen. Was soll ich sagen, in der Vorstellung eines Kindes ist sowas immer ganz groß und viel gigantischer, aber es sind trotzdem ein paar recht ansehnliche Wasserfälle. Und wann sonst kommt man schon mal in die Verlegenheit auf einer Bank zu sitzen und auf die VereiP1080050_Bildgröße ändernnigten Staaten zu schauen. Hatte auch was. Allerdings hat man dort auch schon ein paar Jahrzehnte Zeit gehabt sich auf die ganzen Touristen einzustellen – wenn man nicht aufpasst, ist das Geld so schnell weg, wie man es aus dem Automaten gezogen hat. Die Preise sind wahrscheinlich das wirklich Gigantische an den Niagara Falls, aber was solls – so oft kommt man da ja nun auch nicht vorbei. Letztendlich war es ein ganz netter Tag, inklusive einer Nahtoderfahrung, da mich ein Killerraubvogel angegriffen hat. So schnell konnte ich gar nicht reagieren, wie es schon zu dem ungleichen Kampf auf Leben und Tod (oder so ähnlich) kam – dieses Biest (siehe Bild) hat doch tatsächlich gedacht, dass mein Kopf ein guter Sitzplatz wäre. Naja, ich habe es gerade so überlebt und erhole mich jetzt – Wunden lecken sozusagen ;).

So ganz nebenbei bin ich dann im Hotel auch in das ein oder andere Zimmer umgezogen und habe jetzt auch etwas mehr Licht und ein gemütlicheres Zimmer. Wobei – das Bett im ersten Zimmer und vor allen Dingen das im Übergangszimmer war wesentlich stylischer ;). Naja, wie auch immer… mal sehen was sich die nächsten Tage so ergibt und wie sich Toronto entspannt, wenn der G20 Gipfel Geschichte ist. In diesem Sinne… bis bald!

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